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Geschätzte Kafi! Am Freitag Abend, also morgen, haben der GG und ich Ausgang. Darf ich Sie um einen Tipp angehen? Nix Lautes, nix Schwieriges (Die schwarze Spinne war definitiv nicht unsere Liga; mussten in der Pause flüchten).... Ich hoffe, Sie fühlen sich jetzt nicht missbraucht, doch ihre Kompetenzen bündeln sich ja um einen doch recht grossen Kern, drum traue ich Ihnen allemal zu, dass da auch eine breitgefächerte Kenntnis der Zürcher Ausgehmöglichkeiten drinsteckt! :-) Und vielleicht ist ja Nomen tatsächlich Omen?? Dankedanke & liebe Grüsse vom Land. P.S.: Ich hoffe, Sie kriegen keinen Ärger wegen dem Schuss auf den kleinen Sizilianer. Ich hab seine Posts vor längerem weggezappt, da mich der Infobrei nicht mehr interessiert hat. Ich habe mich also selber um eine allfällige Anmache gebracht?! Angelique

Liebe Angelique

Leider haben Sie ganz vergessen, Ihr Alter im Mail an mich anzugeben. Aber da Sie davon reden, dass Sie und der GG (George Glooney???) Morgen Ausgang haben, gehe ich davon aus, dass Sie in mehr oder weniger geordneten Verhältnissen und mit mehr oder wenigeren Kindern zusammenleben und daher mehr oder weniger in meinem Alter sein müssen. So weit, so gut. Allerdings muss ich Sie vorwarnen. Seit nämlich die übermässig tüchtige Vera Gloor den St. Pauli Club an der Langstrasse okkupiert hat um darin einen Coop Pronto zu eröffnen, bin ich ausgangsmässig ganz schlecht aufgestellt. Früher habe ich ja praktisch dort gewohnt und nur proforma eine Wohnung gemietet, aber seither gehe ich ja kaum mehr aus. Nur noch Essen. Und Trinken. Und ab und an ins Theater. Zum Beispiel ins Neumarkt, wenn der Alexander Seibt sein grossartiges Gesicht oder der scharfsinnige Daniel Binswanger sein 3-Wetter Taft-Frisürli in Szene setzt und immer mal wieder nach Basel, wenn dort mein lieber Freund Lorenz Nufer den Geissenpeter macht. Aber ansonsten wie gesagt nur noch Essen. Und Trinken. Manchmal auch nur Trinken. Nur Essen allerdings nie.

Weil mich interessieren vor allem Menschen und ich will mit ihnen reden können. Darum bin ich auch jüngst von der allzu lauten Geburiparty eines Freundes im Pattaya Club relativ früh wieder abgezogen. Das grundlose Anschreien von Menschen, die ich grundsätzlich gerne mag, liegt mir einfach nicht. Vielleicht sind es meine unzähligen Hörstürze oder ich werde einfach nur alt, aber je länger, je mehr ziehe ich lustige Abende bei Leuten Zuhause und das Tanzen in der Küche den grossen Partys in schicken Clubs vor. (Obwohl, das war schon immer so, aber ich möchte auch endlich ein Indiz haben, dass ich älter werde.)

Wenn ich also Sie wäre, dann würde ich lecker essen gehn. Und mich nachher mit dem GG in einer schönen Bar durch die Getränkekarte trinken. Den besten Chocolate Martini und den besten Sound (nämlich gar keinen) gibt's in der Kronenhallenbar und ein Restaurant für davor werde ich Ihnen per Mail durchgeben. Und falls dieses ausgebucht ist, dann gehen Sie einfach ins Volkshaus, eins der sympathischsten und ehrlichsten Restaurants Zürichs. Lassen Sie sich davor an der Bar von Nic einen 'Scandinavien' mixen und schauen sie währenddessen der schönen Tinka oder der bezaubernden Jelena in die Rehäuglein und grüssen Sie alle ganz herzlich von mir.

Und wegen der Schüsse auf mich brauchen Sie sich keine Sorgen machen. Ich bin als Kleinkind mal in einen Topf Osmosewasser gefallen, seither perlt so einiges an mir ab, was als Angriff auf mich gedacht war. Und zweitens habe nicht ICH, sondern SIE von einem Sizilianer geredet, ich allerhöchstens von einem Italiener. Aber von klein reden wir beide und darum auch vom selben. Und ja, mit etwas Geduld und einem vorteilhaften Profilbild wären Sie früher oder später bestimmt auch Ziel der direkten Kundenaquisition geworden. Aber auch hier kann ich nur soviel sagen: Gehen Sie lieber Essen. Und Trinken.

Ihnen beiden wünsche ich morgen einen vergnüglichen Abend und alles Liebe. Ihre Kafi.

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