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Liebe Frau Freitag, ich bin froh, nehmen und beantworten Sie nicht alle Fragen mit gleichem Engagement! Wenn ich an die Frage von gestern denke!?! Puhhh. Wer es kann, aber zu faul ist, sich ein Glas Wasser zu holen, soll verdursten! Meine Meinung. Meine Ratlosigkeit rührt von woanders her: Ich bin ein sexuell aktiver Mensch in einer Beziehung mit einem Partner, den ich sehr begehre. In manchen Momenten gehen aber unsere sexuellen Wünsche auseinander. Er merkt dann oft nicht, was ich will, und folgt seiner Lust. Aus irgendeinem Grund, vielleicht um das Unausgesprochene / Unaussprechbare, das mit der Lust verbunden ist, zu schützen, erwarte ich aber, dass er es merkt, ohne dass ich etwas sagen muss. Irgendwann sage ich doch was, dann aber als Vorwurf. Aber: Im Grunde gehe ich genauso wenig auf ihn ein, wie er auf mich, oder? Er kann doch auch erwarten, dass ich seiner Lust folge, wie ich es bei ihm mache. Wie findet man heraus, was in solchen Momenten für beide geht? Und wie sagt man es einander, ohne die gespürte Lust zu zerstören? Andrea, 43

Liebe Andrea

Sie haben natürlich recht, wenn Sie monieren, dass die Frage etwas gar geistlos war. Aber Sie beweisen nun auch nicht gerade viel Einfallsreichtum und Kreativität mit Ihrer Frage.

Sie sind 43, sexuell aktiv und haben das grosse Glück, einen Partner zu haben, den Sie  begehren. Nur leider kann der Gute keine Gedanken lesen! Ich vermute, dass das nicht einmal der Copperfield kann, weil sonst wäre ihm die Schiffer nicht davon gelaufen. Oder lag es doch daran, dass sie ihre Jugendjahre nicht an einen Schwulen verschleudern wollte? Wie auch immer...

Seien Sie doch um Himmels Willen etwas kreativ, gopf nonemol! Ist es denn wirklich so schwierig, seinem geliebten Partner von seinen Wünschen zu erzählen? Es muss ja nicht gleich WÄHREND dem Zugangesein sein. Es darf gerne auch beim gemeinsamen Znacht stattfinden und als verbales Vorspiel dienen. Sie könnten dann lustige Kärtli mit den jeweiligen Wünschen zusammen basteln und ein lustiges Beutelchen nähen, in denen Sie die Kärtli aufbewahren und dann darf jeder mal eins ziehen. Oder an den geraden Tagen darf er wünschen und an den ungeraden Sie?

Sie merken selber, Ihre Frage enerviert mich nicht weniger, als die von Ihnen angesprochene. Benehmen Sie sich wie eine erwachsene mündige Frau! Benutzen Sie Ihren Mund zum Reden und Ihre Ohren zum Zuhören. Wenn Ihnen einen Zacken aus der Krone fällt, wenn man Ihnen die Wünsche nicht von den glänzenden Äuglein abliest, dann ist es an der Zeit, Sie aus Ihren pastellrosazuckerwattefarbenen Prinzessinenträumen zu wecken und Sie endlich vom regenbogenfarbenen Pony zu holen.

Ich hoffe doch, dass mir das mit meiner Antwort gelungen ist. Ich wünsche Ihnen ein knisternd erotisches Abendessen und einen aufregenden Nachtisch. Wenn Sie sich gegenseitig von Ihren Wünschen und Fantasien erzählen, wird sich Ihr sexuelles Repertoire verdoppeln, nicht halbieren!

Mit herzlichem Gruss. Ihre Kafi.

 

P.S. Vielleicht ist es aber auch so, dass Sie in Tat und Wahrheit kein bisschen weniger faul sind, als die Dame, die mich darum bat, einen Babysitter für sie zu besorgen. Kann es sein, dass Sie die Frage mit vollem Namen unterzeichnet haben wollten, in der Hoffnung, dass Ihr Liebster das liest und weiss, was zu tun ist?

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