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Liebe Kafi, warum bauen Menschen in einem Gefühl der Reue und des schlechtes Gewissens oft noch mehr Mist? Herzlich, Ihre Nora, 32

Liebe Nora

Gute Frage! Das habe ich mir so noch nie überlegt. Dabei kenne ich dieses Verhalten nur zu gut von mir selber. Wenn ich mal über die Stränge gehauen, und gefressen habe, dass es nicht mehr schön ist, dann folgt darauf nicht direkt eine Phase des vernünftigen Verzichts, sondern ich muss dann noch einen draufsetzen und weiter machen. So im Sinne von "jetzt spielt es auch keine Rolle mehr!"

Erst danach folgt Reue und eine Umstellung im Kopf und im Alltag. Als wäre es ein Pendel, dass noch weiter ausschlagen muss, bevor es den höchsten Punkt erreicht, von wo es wieder zurück schwingt. Es könnte gut sein, dass dies bei allen Themen etwa gleich funktioniert. Man baut Mist und schämt sich. Und aus dem Gefühl der Verunsicherung, macht man sogar noch weiter, anstatt sofort die Notbremse zu ziehen.

Ich kenne diesen Mechanismus, erklären kann ich ihn aber leider auch nicht. Der Hund scheint allerdings schon in der Verunsicherung begraben zu liegen. Es ist dann, als müsste man mit Krücken durch einen Porzellanladen balancieren, die Scherben sind so gut wie vorprogrammiert. Demzufolge müsste man nach dem Mist bauen sofort daran arbeiten, wieder ins eigene Lot zu finden, seine Balance wieder zu erlangen. Ich werde das nach dem nächsten Fondue-Gelage ausprobieren, vielleicht wirkts?

Ganz massvoll, Ihre Kafi.

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