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Mit Rückblick auf eine der letzten Fragen/Antworten von Ihnen Frau Freitag: Ein Mondkalender mag in Ordnung sein um zu wissen, wann der geeignete Zeitpunkt ist, die Kartoffeln zu stecken! Was aber macht frau mit ihrem Partner, den sie schon mehr als 30 Jahre kennt, mit ihm seither Dach und Bett teilt, alle übelriechenden und störenden Geräusche frühmorgens hautnah mitbekommen muss? Mag damals ein leises Fürzchen, abgegeben in intimer Sphäre im elterlichen Badezimmer noch als Vertrauensbeweis gegolten haben, so hat sich die Sache in der Zwischenzeit als laut donnernder, übelriechender Störfaktor am frühen Morgen heraus kristallisiert. In weiser Voraussicht hat frau damals auf zwei Lavabos bestanden, nur leider hat das Geld nicht gereicht um zwei Nasszellen zu errichten und wird es auch weiterhin nicht. Mich dünkt, dies sei ein weit verbreitetes Problem, das dringend einer einvernehmlichen Lösung bedarf. Was also empfehlen Sie, um die verbleibenden Jahre in einigermassen friedlicher Eintracht verbringen zu können? Marietta Kobald, 51

Liebe Frau Kobald

Ich sehe schon, Sie zollen meinem Mondkalender nicht den nötigen Respekt und reduzieren sein Einflussgebiet auf ihr Gemüsebeet, aber das wird Ihnen noch leid tun, glauben Sie mir! Weil noch selten gab dieser so eine präzise Antwort, wie auf Ihre Frage. Aber da Sie diese nicht hören wollen, will ich Sie nicht damit langweilen. Ich sage nur soviel: Ausgehen, Bekanntschaften machen, Betten lüften, Verreisen und Wohnungssuche: IDEAL. Schlechte Gewohnheiten aufgeben: GANZ SCHLECHT. Zu schade, dass Sie meine Interpretation dieser Mondkalenderfakten so leichtfertig abwimmeln, wirklich!

So so, der Herr Kobald macht also unflätige Geräusche und untermalt diese mit unschicklichen Gerüchen! Vermutlich hoffen Sie ja, dass der gute Mann mitliest und sich in Grund und Boden schämt. Aber eigentlich müssen Sie sich mitschämen, weil Sie dies seit nunmehr 3 Jahrzehnte ertragen und es all die Jahre nicht zustande gebracht haben, ihm dieses schauderhafte Verhalten abzugewöhnen. Ich kann mich an eine u20 Beziehung erinnern und an den dazugehörenden etwas reiferen Mann, der sich eines Tages erkühnte, das Badezimmer, in welchem ich gerade die Zähne putzte, zu betreten und sich vollkommen ungeniert auf die Kloschüssel zu setzen um sich dem Lauf der Dinge hinzugeben. Das nächste mal, dass er auf einer Toilette sass, tat er dies als Single, ich war nämlich noch am selben Tag aus der Wohnung ausgezogen, habe ich selbst das leiseste Fürzchen noch nie als Vertrauensbeweis missvertstanden.

Sie mögen dies jetzt vielleicht als arg radikal bezeichnen, aber Männer verstehen nur deutliche Signale und deren Frequenzen für säuselnde Bitten ist bedauerlicherweise stark verkümmert. Ich weiss ja nicht, was Sie die letzten 30 Jahre alles versucht haben, aber es scheint nicht anschaulich genug gewesen zu sein. Legen Sie also einen Zacken zu, Frau Kobald!

Wann immer ich mit meinem gesunden Menschenverstand und dem Mondkalender an die Grenzen stosse, pflege ich die Reality-TV-Sendung "Keeping up with the Kardashians" zu konsultieren. Das ist eine Familie, die nichts gescheites tut und auch nichts schlaues kann, deren unzählige Kinder aber alle einen Vornamen mit K als Anfangsbuchstaben tragen und die mittlere Schwester Kim darüber hinaus noch einen recht ansehlichen Allerwertesten. Sie werden sich jetzt vielleicht fragen, was man von so einer Familie lernen kann und ich kann Ihnen sagen: so einiges! Der Vorteil dieser Show liegt darin, dass sich die Töchter immer mal wieder mit unglaublichen Idioten einlassen und diese dann zur TV-tauglichen Raison bringen müssen und so auch damals, als Kourtney ihrem Kindsvater das Toiletten-Spülen beibringen musste. Sie startete mit geduldigem Vormachen und endete damit, dass sie überall Tampons, getränkt mit Kool-Aid Farben (in Rot natürlich) herumliegen liess.

Der Effekt war frappant, der Trottel erlernte das Spülen in Rekordzeit. Da ich nun davon ausgehe, dass Sie nicht so eine lange Zeit mit einem Zuvorgenannten verbringen würden, setze ich auch auf seine Lernfähigkeit.

Andernfalls werfen Sie doch einfach nochmals einen Blick auf die Mondkalender-Tätigkeiten weiter oben, steckt doch einiges an Wahrheit darin...

Mit liebem Gruss, Ihre Kafi.

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