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Sali Kafi Ich habe HPV high und low risk und seit 2 Jahren Gebärmutterhalskrebsvorstufen. Es macht mir wahnsinnig Angst. Ich wünsche mir sehr ein Kind bin aber unsicher. Am meisten Angst habe ich vor einer OP. Sie Komplikationen können schwer wiegen bei einem bestehenden Kinderwunsch. Hast du Erfahrungen damit? Liebste Grüsse Maxi

Liebe Maxi

Ja, ich habe Erfahrungen damit. Fast jeder Mensch infiziert sich im irgendwann in seinem Leben mit HPV und auch ich bin Trägerin der humanen Papillomviren. Bei den meisten Menschen heilt der Virus, ohne dass sie ihn bemerkt haben. Darum kann sich HPV auch so einfach übertragen, denn wer sich der Krankheit nicht bewusst ist, schützt sich auch nicht unbedingt mit einem Gummi. Umso besser, dass es heutzutage einen Impfstoff gegen den HP-Virus gibt, den man nebst allen Mädchen auch allen Jungen verabreichen sollte! Männer sind Träger des Virus und können Frauen anstecken, die dann mit etwas Pech Gebärmutterhalskrebs bekommen können. Uns beiden nützt diese Impfung leider nicht mehr, wir haben uns angesteckt, bevor der wertvolle Impfstoff auf dem Markt war. 

Ich kann Ihnen gut nachfühlen, wenn Sie sagen, dass Sie Angst haben deswegen. Auch mir hat die Diagnose der Gebärmutterhalskrebsvorstufe zuerst den Boden unter den Füssen weggezogen. Zumal ich immer regelmässig zu den Vorsorgeuntersuchungen gegangen bin, ich hatte nur leider das grosse Pech lange Jahre bei einem unsorgfältigen Frauenarzt gewesen zu sein, der mir die auffälligen Befunde nicht kommunizierte. So lief ich vollkommen unwissend in die letzte Vorstufe und kam von einem Tag zum nächsten in Kontakt mit der Thematik Krebs. 

Ich kann Ihnen gut nachfühlen, wenn Sie sagen, dass Sie Angst haben deswegen. Auch mir hat die Diagnose der Gebärmutterhalskrebsvorstufe zuerst den Boden unter den Füssen weggezogen. Zumal ich immer regelmässig zu den Vorsorgeuntersuchungen gegangen bin, ich hatte nur leider das grosse Pech, lange Jahre bei einem unsorgfältigen Frauenarzt gewesen zu sein, der mir die auffälligen Befunde nicht kommunizierte. So schlitterte ich vollkommen unwissend in die letzte Vorstufe und kam von einem Tag zum nächsten in Kontakt mit der Thematik Krebs.

Natürlich hat mich dieser Verlauf verunsichert, ich war in die OP gestartet mit dem sicheren Gefühl, dass man alles würde entfernen können. Da die Ärzte aber sehr vorsichtig sind und minimalistisch vorgehen, wenn es ums Wegschneiden von Gewebe geht, blieb leider etwas davon zurück. Ich besprach mit meiner Ärztin das weitere Vorgehen und Sie verschrieb mir eine anthroposophische Therapie, die in Deutschland verbreitet ist, in der Schweiz aber nicht viele Ärzte kennen. Das Präparat heisst ISCADOR und ich habe es ein halbes Jahr dreimal wöchentlich ins Bauchfett injiziert (ähnlich einer Insulinspritze). Der Wirkstoff basiert auf der Heilpflanze Mistel, welche in der Krebstherapie anerkannt ist.

Mir persönlich hat es ein sehr gutes Gefühl gegeben, dass ich etwas "tun" konnte. Die klassische Schulmedizin kennt leider keine flankierende Therapie bei veränderten Zellen in dieser Form. Bei einem konventionellen Gynäkologen wäre ich zwar in kleineren Abständen untersucht worden, aber sonst hätte ich nur abwarten und hoffen können. Nach einem halben Jahr konnte ich die Therapie abschliessen, sie hatte bei mir sehr gute Wirkung gezeigt. Und auch mein Apotheker, der lange Zeit in Deutschland gearbeitet hat, kennt viele erfolgreiche Fälle, die man mit ISCADOR behandelt hat. 

Viele Frauen haben irgendwann einmal einen auffälligen Abstrich und müssen diesen operativ behandeln. Die Operation ist daher ein Routineeingriff, vor dem Sie keine Angst zu haben brauchen. Es gibt viele Frauen in meinem Umfeld, die auch schon mit dem Thema Gebärmutterhalskrebsvorstufe in Berührung gekommen sind. Einige wurden bereits operiert, andere leben mit veränderten Zellen. Ich war sehr erstaunt darüber, dass keine einzige davon den Wirkstoff verschrieben bekommen hat. Man kann von der Anthroposophische Medizin halten, was man will. Aber wenn die Alternative einfach nichts tun ist, dann muss ich nicht zweimal überlegen. Ausserdem wurde ich im Paracelsus Spital in Richterswil operiert, ein Krankenhaus, welches sich ebenfalls der anthroposophischen und ganzheitlichen Medizin verschrieben hat und in dem ich sehr gut auf den Eingriff vorbereitet wurde. Ich bin ja auch ein furchtbarer Angsthase und darum habe ich es sehr geschätzt, dass eine Therapeutin vor dem Eingriff bei mir war und eine beruhigende und heilende Anwendung durchführte, von der ich zwar nicht verstand, wie sie funktionierte, die aber genau das tat.  

Ich habe mir lange überlegt, ob ich diese Frage so persönlich beantworten würde, wenn ich sie gestellt bekäme. Und ich war mir darüber nicht im Klaren. Als ich Ihre Frage heute in meinem Postfach fand, habe ich aber keine Sekunde lang gezögert. 

Wenn ich mit meiner Antwort auch nur eine Frau dazu bewegen kann, sich regelmässiger untersuchen zu lassen oder ihre Tochter UND ihren Sohn impfen zu lassen, dann hat sich meine Offenheit bereits gelohnt. Und wenn Ihnen der Tipp etwas bringt, dann freue ich mich umso mehr. 

Es ist wichtig, dass Sie einen Arzt oder eine Ärztin haben, der Sie vollkommen vertrauen und bei der Sie sich gut aufgehoben fühlen. Eine solche Erkrankung muss kein Problem für eine spätere Schwangerschaft darstellen, da man bei einer jungen Frau wie Ihnen den Fokus darauf legen wird, dass die Gebärmutter intakt bleibt. Reden Sie mit dieser Person offen über Ihre Ängste und lassen Sie sich umfassend beraten. Meistens hilft es, wenn man ganz genau weiss, was Sache ist. Unsicherheit ist schlimmer zu ertragen als Gewissheit und Angst ist immer ein schlechter Berater. Ich hatte, vom Moment an, als ich in guten medizinischen Händen war, nicht mehr mit grossen Ängsten zu kämpfen. Wichtig ist, dass Sie zuversichtlich sind und an einen guten Verlauf glauben. Denn es ist bewiesen, dass der Geist die Materie massgeblich beeinflusst und darum sind positive Gedanken mit Sicherheit besser, als wenn man sich selber kränker denkt, als man eigentlich ist. Sie leben im Land mit der besten medizinischen Versorgung weltweit. Vertrauen Sie sich kompetenten Menschen an und vertrauen Sie sich. 

Ich wünsche Ihnen die Zuversicht, die ich hatte und eine liebevolle und gewissenhafte Ärztin, wie ich Sie habe.

Von Herzen. Ihre Kafi

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